Wer bist du?

Die Fragen: Wer bin ich? Was weiß ich? Was möchte ich? sind (nach Alan Watts) vielleicht die wichtigsten in unserem Leben.

Es gibt sicher Menschen, die diese Fragen sehr klar beantworten würden. Aus meiner Erfahrung sind aber viele Menschen auf der Suche nach sich Selbst und der „eigenen“ Wahrheit. Viele Menschen hinterfragen und suchen Sinn und Erfüllung in ihrem Leben. Indem ich meinen Weg teile, hoffe ich dich ein kleines bisschen auf deinem Weg zu unterstützen und auch begeiten zu dürfen.

Wer bist du Veronika Freitag

DAS ICH

Das Ich ist wie ein Gefäß für das Leben in dieser Welt. Eine Struktur, die eine individuelle Erfahrung ermöglicht. Es hilft uns Grenzen zu setzen und gibt uns ein Gefühl davon, wo wir aufhören und wo andere anfangen. Das Ich ist insofern ein gewisser Schutz und möchte unser Leben sichern. In vielen spirituellen Traditionen geht es darum das „Ich“ zu überwinden oder loszulassen. Als Erfahrung, die uns für neue Perspektiven öffnet, ist das auch wertvoll. Nur ist jeder Mensch bereit für solch eine Erfahrung und noch wichtiger für ein Leben ohne schützendes Ich?

Meine eigene Erfahrung hat mich gelehrt, dass es sinnvoll ist, ein Ich mit klarer Struktur und deutlichem Selbstwertgefühl zu entwickeln, damit es stark genug ist wirkliche Nähe, spirituelle Erkenntnisse und eine größere Ganzheit zu zulassen.

Das Mysterium der Seele

Die Seele ist das, was uns Leben einhaucht. Sie verbindet uns mit dem Ewigen und gibt unserem Leben ein Gefühl von Sinn und Wert.

Wenn wir etwas als ganz tief und wahr erkennen, würden wir im Sprachgebrauch sagen „Das hat Seele“. Im Gegensatz dazu, wenn die Tiefe und das Schöne in etwas fehlt, würden wir es vielleicht als seelenlos bezeichnen.

„Das ICH ist gut darin ein Gefühl für unsere Grenzen auszubilden,
doch wir brauchen die Seele um Sinn zu erleben.“
(Carol S. Pearson)

In den östlichen Traditionen und im Yoga ist das Wort für die Seele „Atman“. Der Begriff ist sehr nahe an dem deutschen Wort „Atmen“. Vermutlich ist das kein Zufall. So wäre die Seele, das, was uns atmet, das, was lebt und durch uns erlebt, lernt und sich entwickelt. Gleichzeitig heißt es im Vedanta: Atman ist gleich Brahman. Das würde bedeuten, dass die Seele gleich ist, dem universellen Urgrund, aus dem sich alles entfaltet.

In meinen Yogaseminaren möchte ich dich darin unterstützen, selbst deiner Seele zu lauschen und herauszufinden, was für dich wahr und echt ist.

DAS SELBST

Das Selbst ist kein Begriff mit einheitlicher Bedeutung. In unserer Kultur würden wir ggf. sagen: wenn wir uns als ein harmonisches Ganzes wahrnehmen, wenn wir sehr authentisch sind, dann sind wir wir selbst. Oder wenn das Empfinden von unserem tiefsten Innersten übereinstimmt mit dem, was wir sagen und tun. Auch, wenn wir das Gefühl haben, wir können unsere Wahrheit schlicht oder künstlerisch zum Ausdruck bringen.

C. G. Jung sieht das Selbst als Zentrum der Psyche und gleichzeitig als einen Prozess der Ganzwerdung. Er formuliert auch:

„Der natürliche Zustand der menschlichen Psyche
besteht in einem gewissen Gegeneinander ihrer Komponenten
und einer gewissen Widersprüchlichkeit ihrer Verhaltensweise …“

C. G. Jung nennt diese Komponenten Archetypen. Die Versöhnung dieser Gegensätze beschreibt er als wichtige Aufgabe auf dem Weg zu uns Selbst. Ich finde diese Betrachtungen enorm hilfreich und sie fliessen immer wieder in meine Seminare ein.

Wenn Seele und Ich in Harmonie zusammenfinden, wenn wir die Wahrheit unserer Seele im Einklang mit dem Ich leben, dann entfaltet sich das Selbst.

In den östlichen Philosophien zeigt sich das Bild vom Selbst aus einer anderen Perspektive. Oft wird es mit der Seele gleichgesetzt und mit Brahman, der Quelle allen Seins. Dieses Selbst gilt es zu erkennen und zu verwirklichen.

Lotus Wer bist du Yoga

Inspiration aus den Upanishaden

In der Brahmanstadt (damit ist hier der Körper gemeint) ist ein verschwiegener Wohnsitz, der Lotos des Herzens. Im Innern dieser Wohnung ist ein Raum, und dieser Raum birgt die Erfüllung unserer Begehren in sich.

Das, was dieser Raum in sich birgt, sollte man ersehnen und realisieren. So groß wie der weit draußen liegende und unendliche Raum ist der Raum drinnen im Lotos des Herzens. Sowohl der Himmel als auch die Erde sind in diesem Innen-Raum enthalten, und gleichermaßen das Feuer und die Luft, die Sonne und der Mond, der Blitz und die Sterne. Ob wir, auf dieser Welt, ihn kennen oder ihn nicht kennen – alles ist in diesem Innen-Raum enthalten. Befürchte nie, dass das Alter in diese Stadt vordringen wird; befürchte nie, dass dieser innere Schatz aller Wirklichkeit dahinschwinden und verfallen wird.

Dieser kennt kein Altern, wenn der Körper altert. Dieser kennt kein Sterben, wenn der Körper stirbt. Das ist die wirkliche Brahmanstadt. Das ist das Selbst, frei von Alter, von Tod und Betrübnis, Hunger und Durst. Im Selbst werden alle Begehren erfüllt. Das Selbst begehrt nur, was wirklich ist, denkt nur, was wahr ist.(Chandogya-Upanishad)

Was willst Du?

Auch schon vor langen Zeiten und in den östlichen Traditionen haben Menschen über den Sinn des Lebens nachgedacht und darüber, was sie sich eigentlich wünschen. In den großen Epen Ramayana und Mahabharata taucht ein interessanter Begriff auf: Purushartha – „Der Zweck menschlichen Strebens“ oder wie im gleichnamigen Buch von Rod Stryker „Die vier Wünsche einer Seele“.

Mit zeitgemäßen Worten geht es bei Purushartha darum unser Dharma, also unsere Gabe (und Aufgabe) zu leben. Dafür die richtigen Ressourcen (Artha) zu haben. Diese können auf materieller Ebene, in Form von Wissen und Fähigkeiten aber auch in der zwischenmenschlichen Verbindung gesehen werden. Dann möchte so eine Seele aber auch ihr Leben geniessen dürfen. So gehören sinnliche Erfahrungen (Kama), ob in der Natur, durch Kunst oder die zwischenmenschliche Berührung und Liebe zu einem erfüllten Leben. Das finale Ziel wird als Befreiung (Moksha) und Selbstverwirklichung gesehen. Ganz menschlich als Befreiung von all dem, was dich abhält frei und authentisch zu leben. Im ursprünglichen, spirituellen Sinn geht es auch um die Befreiung aus dem Kreislauf des Wiedergeboren werdens.

Im folgenden Video erkläre ich das alles etwas genauer:

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Dharma bedeutet Wahrheit und die in diesem Sinne „richtige Art“ zu leben. Es geht hier um ethische Grundlagen, Tugenden und menschliche Verhaltensweisen, die für die Ordnung der Dinge in der Welt als richtig erachtet werden. In einem größeren Rahmen bezieht es sich auf die kosmische Ordnung. Dharma bringt Stabilität und Struktur in ein Leben, welches sich am Guten und Wahren orientiert.

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Artha bildet die materielle Grundlage, damit wir in Sicherheit und erfüllt leben, uns selbst und unsere Familie versorgen können. Spriritualität bedeutet aus dieser Sicht also nicht arm zu sein, sondern das manifestieren zu können, was wir brauchen um in Würde zu leben und unser Dharma umzusetzen. Dazu gehören Wissen, Freundschaften, Liebe, Karriere, Fähigkeiten, gute Gesundheit und Wohlstand. Die Bedürfnisse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Vedanta empfiehlt einen Weg zu finden, damit das Geld dir nachläuft und nicht umgekehrt. Eine Arbeit zu verrichten, die mit deiner Natur und deinen Fähigkeiten vereinbar ist, die der Gesellschaft dient und die du liebst.

Paramhansa Yogananda sagte:

„Suche den spirituellen Reichtum in dir.
Was du bist, ist viel größer als alles und jeder,
nach dem du dich je gesehnt hast.
Und denke daran, dass die Angst, nichts zu haben,
die Realität verschleiert, dass wir alles haben.“

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Kama bedeutet sinnliche Freude. Das ist eine wichtige Triebfeder für unser Leben. Kama steht für die Sehnsucht nach Liebe, Intimität, Zuneigung, nach Berührung durch Musik. Es ist die Freude der Seele an Kunst und an der Schönheit der Natur. Eine Fixierung auf Kama kann uns verstricken und das Gleichgewicht der Kräfte stören. Aber letztendlich ist das höchste Kama die Sehnsucht nach dem Einssein mit dem Göttlichen. Kama nährt die Seele und hilft uns unsere Gabe, unser Dharma mit Leidenschaft zu erfüllen.

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Moksha bedeutet Befreiung und gilt hier als das finale Ziel des menschlichen Weges. Wenn du dein Dharma lebst, unterstützt von Artha und Kama, dann leuchtet Moksha bereits hindurch. Moksha beinhaltet Selbsterkenntnis und Selsbtverwirklichung, eine Befreiung von Verstrickungen und Unwissen. Es bedeutet das Auflösen der Hindernisse auf dem Weg zu einem echten und erfüllten Leben und in der ursprünglichen Sicht auch die Freiheit vom Kreislauf von Tod und Wiedergeburt.

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Welcher Weg ist der richtige?

Wie du vielleicht schon gemerkt hast, sehe ich die Welt und das Menschsein nicht mit den Augen einer Yogatradition, sondern ich schaue traditionsübergreifend, aus vielen Perspektiven und auch aus meiner reflektierten Erfahrung. Das macht meinen eigenen Weg nicht immer leicht, auch nicht immer klar, aber sehr reich und voll und lebenswert.

Ich glaube jeder Mensch muss am Ende seinen ganz eigenen Weg finden. Schön ist es, wenn wir uns darin unterstützen, begleiten und manchmal auch halten.

„Die Wahrheit war ein Spiegel in den Händen Gottes.
Er fiel herunter und zerbrach in Stücke.
Jeder nahm ein Stück davon, schaute es an
und dachte, er hätte die Wahrheit.“

Rumi

„Die Wahrheit war ein Spiegel in den Händen Gottes. Er fiel herunter und zerbrach in Stücke. Jeder nahm ein Stück davon, schaute es an und dachte, er hätte die Wahrheit.“

Rumi